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13. Mai 2019
Erfolgreiche ...
Am 05.05.2019 machte sich eine kleine Delegation aus 8 Nachwuchssportlern ... mehr
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Über Uns

Selbstverständnis unseres Vereins Wir versuchen „modernes“ und „altes“ Karate mit einander in Einklang zu bringen. Ein Anspruch, der auf den ersten Blick für viele sicher unvereinbar erscheint aber sich auf den zweiten Blick fast wie selbstverständlich zusammenfügt.

Zunächst ein Blick auf die Begriffe alt und modern in obigem Zusammenhang.

„Altes“ Karate:
hierunter verstehen wir das Karate der Selbstverteidigung auf der Basis der geschichtlichen Entwicklung dieser Kampfkunst. Entstanden und weiterentwickelt über viele Jahrhunderte aus der bitteren Notwendigkeit, sich in Alltagssituationen auf sich allein gestellt verteidigen zu können. Zu Zeiten wo der Schutz der Bürger durch staatliche Institutionen nicht ausreichend gegeben war. Aufgebaut auf der besonderen kulturellen, religiösen und historischen Entwicklungen Asiens. Es wurden hervorragende Kampftechniken, Strategien und Stile von großen Meistern in hoch abstrahierter und stark verdichteter Form in den Kata verewigt.

Wohlgemerkt für alle möglichen Situationen: Boxkampf, Ringkampf, Kampf in der extremen Nahdistanz, Bodenkampf etc.. Die Kata enthalten für alle diese Möglichkeiten Lösungen. Allgemein wird heutzutage im Karate fast ausschließlich die boxerische Auseinandersetzung in relativ großer Kampfentfernung geübt. In sehr wenigen Karate - Dôjô wird beispielsweise die Verteidigung aus einem Klammergriff heraus trainiert. Viele, auch hochgraduierte, Karateka sind ziemlich hilflos, wenn sie es nicht geschafft haben, einen Ringer oder einen Judoka auf Distanz zu halten. Die Kata beschränkten sich nicht auf die Art von Auseinandersetzungen, die wir heute üblicherweise in Karatewettkämpfen zu sehen bekommen. Der Begriff Kampfkunst, den ja viele gerne anwenden, implementiert schon aus sich heraus einen weiter gesteckten Rahmen. Die Kata beinhalten nicht nur Techniken, sondern auch Kampfprinzipien. Es gibt unendlich viele Kombinationsmöglichkeiten für Kampfsituationen. Das „wenn der Gegner das macht, mache ich das“ ist schon aus diesem Grund wenig erfolgversprechend. Der große Choki Motobu hat es auf den Punkt gebracht als er sagte, „Man muss lernen wie man die Prinzipien der Kata anwenden sollte und wie man sie nach den Winden der Widrigkeiten biegen muss“. Auch die oft zitierte Weisheit, dass ein Menschenleben nicht ausreicht um eine Kata zu durchdringen, ist ein Zeichen für diesen Anspruch. Wir sind heute oft zufrieden, wenn wir die Form gut gelernt haben. Nach unserer Meinung beginnt dann erst die Arbeit mit der Kata.

Wir versuchen in unserem Dôjô die Kata ganzheitlich zu ergründen und in der Anwendung zu üben. Voraussetzung und Basis hierfür ist eine gute Form der Kata.

„Modernes“ Karate:
wir verstehen hierunter die Welt des Wettkampfes, des Sportkarate, der Beschränkung auf die Techniken, Anwendungen und Treffermöglichkeiten die die Wettkampfregeln erlauben. Die heute wie selbstverständlich akzeptierte Beschränkung geht auf Itosu zurück. Er schuf sie ursprünglich für die Einführung des Karate in den Schulunterricht, und nur dafür, da er der Meinung war, dass gewisse Anwendungen hierfür entschärft werden mussten. So geht die völlig absurde, praxisfremde Erklärung der ersten Techniken der Heian Nidan auf diese Entschärfung zurück. Wem die Begriffe absurd und praxisfremd zu hart für diese Erklärung erscheinen sollte einfach einmal versuchen, sie gegen einen einigermaßen geübten Kämpfer anzuwenden. Es gibt für diese Sequenz übrigens eine hervorragend funktionierend und allgemein anwendbare Deutung. Trotzdem das kritisch klingen mag, verfolgen wir diese Richtung des Karate ernsthaft und engagiert und sind durchaus der Meinung, dass beide Richtungen ihre Berechtigung und ihren Sinn haben.

Nun kann der Eindruck entstehen, dass die Verfolgung dieser beiden Richtungen in einem relativ kleinen Verein schwierig ist und sich fast ausschließt. Wir haben die, auch für uns verblüffende, Erfahrung gemacht, dass sie sich hervorragend ergänzen. Es hat sich gezeigt dass die jüngeren Mitglieder eher zum „modernen“ Karate streben. Sie wollen Wettkämpfe bestreiten und gewinnen, trainieren dafür hart und die Liste der Erfolge die wir hier erzielt haben kann sich für einen kleinen Verein sehen lassen.

Wettkampferfolge. Bei alterbedingt zu Ende gehender Wettkampfzeit entwickelt sich häufig ein tiefergehendes Interesse für die Kata in der Richtung, wie wir es unter dem Begriff „altes“ Karate beschreiben haben. Und die ehemaligen Wettkämpfer bringen hierfür hervorragende Voraussetzungen mit: sie beherrschen die Form der Kata, haben gute bis hervorragende Kihon - Kenntnisse und –fähigkeiten und sind gut durchtrainiert. Kommt jetzt noch das Interesse an dem tieferen Eindringen in die Kata hinzu sind gute Fortschritte zu erwarten. Gleichzeitig stellen wir fest, dass Karateka, die erst im fortgeschrittenen Alter mit unserer Kunst begonnen haben, eher im „alten“ Karate Erfüllung finden. Die Kombination stellt somit ein gutes Instrument für die Breitensportbasis dar.

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